Donnerstag, 8. Juni 2017

Hymne

Du bist unergründlich. Ein ewiger, unauslotbarer Geist, der alles lenkt und leitet. Da ist keiner, der dich erfassen kann, und in deine Tiefen steigen. Sondern du blickst in alle Tiefen und Abgründe, wie es heißt: Finsternis lag auf der Tiefe, und der Geist Gottes schwebte über den Wassern.
 Wie habe ich dich gesucht! Seit ich denken kann, habe ich nur dich gesucht, mein Herr. Als habe ein Engel an meiner Wiege gestanden und mir Sehnsucht in das Herz geschrieben. Seither ist dein guter Geist bei mir und du hast mich nie verlassen, niemals hast du mich verlassen. Ob ich dich ignorierte, dich verleugnete, mit dir stritt oder kämpfte, du hast mich niemals in Unklarheit oder Zorn schlafengehen lassen, sondern in der Dunkelheit die Einsicht in meinem Herzen entzündet wie eine Kerze, oder meine Untreue zu einem schmerzenden Feuer, wie es heißt: Aber es ward in meinem Herzen wie ein brennendes Feuer, in meinen Gebeinen verschlossen, dass ich`s nicht ertragen konnte; ich wäre schier vergangen; und: ein zerschlagener und gedemütigter Geist ist ein Opfer, das Gott gefällt.
 Lass mich lernen, was ich anderen vorbete, damit es nicht leere Worte sind: Alles, was du willst, mein Herr, ist gut und recht, und deine Geheimnisse sind heilig und gehören dir allein; da ist nur Glaube und Vertrauen.

Du bist mein Ein und Alles.

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